Reiner Schöne zu Gast

Reiner Schöne (Esoqq TNG) war am Samstag den 21.02.04 bei uns im Schlösselgarten!

Es war ein sehr netter und lustiger Abend, er hat auszugsweise aus seinem neuen Buch „Let the sunshine in“ vorgelesen, hat von Synchron- und Filmarbeiten erzählt. Bereitwillig hat er auch kostenlos Autogramme geschrieben!

Er spielete als einziger Deutsche bei Star Trek mit: In den 90er sind es vermehrt Sci-Fi und Fantasy-Episoden, für die der körperlich große Mime mit Heldenattitüde engagiert wird: „Mortal Kombat 2“ (1997), „Babylon 5“ (1998) und – eine Episode (1990, als Esoqq) der Kultserie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“. Das schaffte kaum ein anderer deutscher Mime. 2001 schlüpfte Schöne für den Sci-Fi-Streifen „Ice Planet“ in die Rolle des Senators Jeremy Uvan. An der Seite von Joe Mantegna und der Oscar-Preisträgerin Jill Clayburgh spielte er 1999 eine Hauptrolle in dem Fidel-Castro-TV-Movie „My Little Assassin“. Mehr Informationen zu Reiner Schöne gibt es bei Prisma Online

Bericht von Christina Hacker

Wer ist Reiner Schöne? Das ist die Frage die sich nicht nur der ein oder andere Leser jetzt stellen wird, sondern auch die Frage, die ich mir zuerst gestellt habe, nachdem ich eine entsprechende Nachricht über seinen Besuch beim Münchener Trekdinner erhalten habe.
Reiner Schöne ist wohl der einzige deutsche Schauspieler, der je in einer TNG-Folge mitgespielt hat. Korrigiert mich, wenn’s nicht so ist. Entsprechende Folge hieß „Versuchskaninchen“ (engl. Titel „Allegiance“) und lief im Rahmen der 3. Staffel. Er spielte darin die Figur des „Esoqq“. Aber das ist nicht die einzige Arbeit des erfolgreichen Schauspielers in seiner Laufbahn. Der gebbürtige Weimaer spielte nach seiner Flucht 1968 aus der DDR zuerst im Erfolgsmusical „Hair“ in München die männliche Hauptrolle, bevor er später nach Los Angeles ging und dort in vielen TV-Serien und Kinofilmen mitspielte. So unter anderem in Mortal Combat, Matlock, Babylon 5 und Sliders. Doch das sind nur wenige Beispiele seines Schaffens. Auch in Deutschland ist der Schauspieler ein gefragter Mime. So verriet er uns, dass er eine kleine Rolle in Bully’s neuem Kinofilm (Periode 1) spielen wird.

Mit keinerlei Vorstellung über seine Person erschienen einige von uns am 21.2. im Münchener Schlösselgarten. Im Gedächtnis noch den schönen Abend, den wir hier vor einem Monat mit Bob Picardo verbrachten. Würde dieser Abend ähnlich gut laufen? Viele zweifelten daran und so hatten sich auch nur etwa die Hälfte der Leute angemeldet, wie beim letzten Event. Doch es sollte für alle eine Überraschung werden.

Reiner Schöne erschien pünktlich gegen 19 Uhr und das, obwohl er eigentlich mit Bully Herbig über der Postproduktion des neuen Kinofilms hätte sitzen sollen. Nachdem er sich kurz gestärkt hatte, verriet er uns, dass er ein Buch geschrieben hat, welches am 20. März erscheinen soll. Und so nutzte er gleich die Gelegenheit uns aus dem etwas zerfledderten Manuskript eine Geschichte vorzulesen. Und zwar genau die, wie er zu seiner Rolle in Star Trek gekommen war. Nachdem er sah, mit welch enthusiastischer Stimmung seine Zuhörer reagierten, folgten noch drei weitere Geschichten aus seinem Buch.

Was viele von uns positiv überraschte, dieser Mann ist nicht nur ein guter Schauspieler und ausgezeichneter Redner, nein, er ist auch ein ziemlich guter Autor. Seine autobiografischen Geschichten trafen den Geschmack des Publikums und verhalfen der kleinen Runde sehr schnell zu einer recht lockeren Atmosphäre. Man sah ihm an, dass er die Wirkung seiner Geschichten aufs Publikum genoss, denn er las mehr vor, als er eigentlich beabsichtigt hatte. Für ihn war es sozusagen die Generalprobe, vor seiner ersten offiziellen Lesung auf der Leipziger Buchmesse. So erfuhren die Zuhörer nicht nur etwas über seine Casting-Erfahrungen in Hollywood, auch seine Story über Begegnungen mit den ausführenden Organen des Arbeiter- und Bauernstaates (Damit ist die DDR gemeint, für die die mit letzterem Ausdruck nichts anfangen können.) ernteten lautes Gelächter. Nach und nach wurde wohl jedem bewusst, dass dieser Mann ein ausgesprochener Fuchs ist. Er liebt es, aus dem Stehgreif Geschichten über sich zu erfinden und in die Welt zu setzten (besonders, wenn er es mit unvorbereiteten Journalisten zu tun bekommt), um dann mit Vergnügen zu beobachten, wie die ein oder andere Story sich verselbstständigt und schließlich in diversen Biografien auftaucht. Das „schlimme“ daran ist, man merkt es ihm nicht an, denn er erzählt ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Man sollte also immer vorsichtig sein, mit dem was man irgendwo über ihn hört oder liest. Dazu zählt nicht nur die Information, das sein Großvater ein Indianer war.

Gegen 22 Uhr begann er Autogramme zu geben. Einige Fans hatten Fotos mitgebracht, für alle anderen hatte unser TD-Chef Tom Abzüge von Promofotos zu Selbstkostenpreis dabei. Reiner Schöne unterschrieb alles, was ihm vorgelegt wurde und verteilte zusätzlich noch signierte Promopostkarten seines Buches.

Erst nachdem sich die meisten Fans auf den Heimweg gemacht hatten, brach auch unser Gaststar auf. Eine nette Geste wie ich finde, denn nicht jeder Schauspieler wäre wohl bis nach 24 Uhr geblieben.

Mein Fazit, es war ein wunderbarer Abend mit der Gelegenheit einen besonderen Menschen kennen zu lernen, den man ansonsten bei der Fülle von Star Trek Gastcharakteren, wohl nie näher Beachtung geschenkt hätte. Für meinen Teil kann ich nur sagen, seit diesem Abend hat er zumindest einen Fan mehr.

Für alle die neugierig geworden sind und mehr über Reiner Schöne erfahren möchten, rate ich sein Buch zu kaufen. Es erscheint Ende März unter dem Titel „Let the sunshine in“ (ISBN 3-934872-71-9). Außerdem kommt demnächst auch seine CD „Schönes Leben“ auf den Markt.

Der Bericht erscheint in den Forum News.

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